Fachtagung „Lebenslanges Lernen im kommunalen Kontext“ am 1. Dezember auf dem LernPlatz Erfurt erfreute sich großer Resonanz

Der Mensch lernt in der Auseinandersetzung mit den Anforderungen seiner Umwelt. Auch die Menschen und die Bildungsinstitutionen in Thüringen sind mit immer komplexeren Anforderungen an die Beschäftigten und mit einer älter werdenden Gesellschaft konfrontiert, auf die mit verstärkten und koordinierten Bildungsprozessen reagiert wird.

Die Aufgabe der Kommunen ist es, ihre Bürger/innen hierbei beratend zu unterstützen und die Rahmenbedingungen zu verbessern. Bildungsinstitutionen und Kommunen müssen selbst zu lernenden Organisationen werden, die sich vor Ort vernetzen. Lebensläufe müssen verstärkt bei Übergängen unterstützt werden. Das Ziel ist die Erweiterung der Mitgestaltungsmöglichkeiten und die Verbesserung der Lebens- und Umweltqualität vor Ort. Lernen stellt dabei soziales und kulturelles Kapital dar, das im kommunalen Kontext soziale Räume mitgestaltet.
Hierfür bedarf es einer breiten Diskussion in Thüringen.

Dieser Diskussion stellten sich am vergangen Dienstag zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Thüringen in der Fachtagung „Lebenslanges Lernen im kommunalen Kontext“. Nachdem zu Beginn persönliche Statements, unter anderem von Oberbürgermeister Andreas Bausewein, auf das Thema einstimmten, entwickelte Daniela Rothe, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Göttingen, eine kritische Analyse des Begriffs „Lebenslanges Lernen“. Sie betonte, dass bildungspolitische Programme ohne zusätzliche finanzielle Mittel für die Umsetzung der Bildungsinhalte ins Leere laufen und dysfunktional sind. In der anschließenden Diskussion zeigten auch die Besucherinnen und Besucher ein großes Interesse an der theoretischen Hinterfragung des Begriffes. Anschließend stellte Dr. Bodo Krug das Programm „Thüringer Bildungsmodell – Neue Lernkultur in Kommunen“ vor. Dieses bundesweit einmalige Pilotprojekt wird in vier Regionen in Thüringen erfolgreich durchgeführt und nun bis 2014 fortgeführt und massiv ausgebaut.

Ein weiterer Kernpunkt der Fachtagung war das anschließende Worldcafé. An vier Tischen wurden die Themen Bildungsberatung, Bildungsübergänge, Bildungsangebote im demographischen Wandel sowie Regionales Bildungsmanagement diskutiert. In einer gemeinsamen Abschlussrunde wurden die Ergebnisse des Worldcafés noch einmal in großer Runde diskutiert.

Darin wurde festgehalten….

Was brauchen Individuen für Strukturen, um für sich Übergänge gestalten zu können (Blick auf Bildungsübergänge nicht aus institutioneller, sondern aus individueller Sicht – Übergänge sollten zu Individuellen Bildungswegen passen, nicht Individuen zu institutionalisierten Übergängen)

Außerdem wurde betont, dass Bildungsträger in erster Linie Angebote schaffen sollen, die Stärken aufgreifen sollen und so auch schlechtere Ausgangsbedingungen gerade in der Kindheit ausgleichen können. Ein Zwang zur Bildung wäre dabei jedoch eher hinderlich. Lebenslanges lernen findet letztlich immer aus der eigenen Motivation heraus bis ins hohe Alter statt, dabei fit zu bleiben und Spaß zu haben ist Ansporn genug.

Die Veranstaltung „Lebenslanges Lernen im kommunalen Kontext“ wurde organisiert von Arbeit und Leben Thüringen in Kooperation mit der Volkshochschule Erfurt und der Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau.

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weiter Bilder bei Radio F.R.E.I.

01. Dezember 2009, 09.30 - 16.00 Uhr

Der Mensch lernt in der Auseinandersetzung mit den Anforderungen seiner Umwelt. Auch die Menschen und die Bildungsinstitutionen in Thüringen sind mit immer komplexeren Anforderungen an die Beschäftigten und mit einer älter werdenden Gesellschaft konfrontiert, auf die mit verstärkten und koordinierten Bildungsprozessen reagiert wird.

Die modernen Gesellschaften erzwingen eine beständige Re-Orientierung. Lebenslang lernen bedeutet auch eine Entschulung des Bildungsbegriffes und die Ausweitung auf alle Lebensphasen. Formale, nicht-formale und informelle Lernprozesse umfassen die gesamte Lebensspanne. Informelles Lernen beginnt im Alltag bereits bei der Beschäftigung mit neuer Software für den Rechner zu Hause oder manchmal auch einfach nur mit dem Vertrautwerden der Funktionsweise von Fahrkartenautomaten. Bildung und damit Lernen soll allen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen und beruflichen Leben ermöglichen.
Die Unternehmen in der „Wissensgesellschaft“ verlangen gleichzeitig nach beständiger Weiterbildung und Professionalisierung, die am besten auch mit Abschlüssen nachzuweisen ist. Bedeutet dies nun einen lebenslänglichen Zertifikationszwang und die Pflicht zur Weiterbildung? Kann dagegen ein umfassender Bildungsbegriff ein Mehr an Selbstentfaltungsmöglichkeiten bedeuten?

Die Aufgabe der Kommunen ist es, ihre Bürger/innen hierbei beratend zu unterstützen und die Rahmenbedingungen zu verbessern. Bildungsinstitutionen und Kommunen müssen selbst zu lernenden Organisationen werden, die sich vor Ort vernetzen. Lebensläufe müssen verstärkt bei Übergängen unterstützt werden. Das Ziel ist die Erweiterung der Mitgestaltungsmöglichkeiten und die Verbesserung der Lebens- und Umweltqualität vor Ort. Lernen stellt dabei soziales und kulturelles Kapital dar, das im kommunalen Kontext soziale Räume mitgestaltet.
Hierfür bedarf es einer breiten Diskussion in Thüringen. Die Tagung „Lebenslanges Lernen im kommunalen Kontext“ wird diesen Diskurs aufgreifen und entscheidend fortführen. Während der Tagung wird auch diskutiert, welche Chancen und Hindernisse es bei der Kooperation in einer kommunalen und regionalen Bildungslandschaft gibt.

Die Pädagogin Daniela Rothe wird hierfür die entscheidenden Impulse in ihrem Referat zum „Lernen im Lebenslauf“ geben, die im Anschluss debattiert werden. Frau Rothe arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Pädagogischen Seminar der Universität Göttingen und forscht zu dem Thema „Lebenslanges Lernen als bildungspolitische Strategie im Umgang mit gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen“.

Außerdem wird Dr. Bodo Krug als Landeskoordinator das „Thüringer Bildungsmodell – Neue Lernkulturen in Kommunen“ (nelecom) und damit die konkrete Gestaltung von kommunalen Sozialräumen als entwicklungsfördernde Lern-Landschaften vorstellen.

Im Anschluss daran werden im „Worldcafé“ Fragen der Bildungsberatung, von Bildungsübergängen und des demographischen Wandels im regionalen Rahmen diskutiert.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Volkshochschule Erfurt und der Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau statt.

Anmeldungen bitte bis 20.11.2009 über info@arbeitundleben-thueringen.de

Die Tagung wird gefördert durch das Thüringer Kultusministerium

Programm der Fachtagung

Fachtagung Web 2.0

Am 19. November fand auf dem LernPlatz die Fachtagung Web 2.0 statt.

Haben Sie schon einmal von YouTube, Flickr oder Wordpress gehört? Googlen oder twittern Sie?

Was sich für den Einen oder Anderen befremdlich anhört, ist für die heutige Jugendkultur selbstverständlich. Laut JIM Studie 2008 besitzen 71% der Jugendlichen einen Computer. Jedem zweiten jungen Menschen zwischen 12 und 19 Jahren steht ein eigener Internetanschluss zur Verfügung. Portale wie SchülerVZ haben die Kommunikation unter Jugendlichen reformiert.

Das sogenannte Web 2.0 mit seinen medialen Möglichkeiten eröffnet für Kinder und Jugendliche völlig neue Möglichkeiten sich untereinander auszutauschen, aber auch Gefahren. In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, über diese
Möglichkeiten und Gefahren informiert zu sein und zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Medium Internet und Web 2.0 beizutragen. Darüber hinaus ergeben sich neue Wege in der Angebotsgestaltung, Informationsbeschaffung und -weitergabe.

Durch Referate und Arbeitsgemeinschaften soll an das Web 2.0 herangeführt werden und sich mit anderen Fachkräften aktiv mit
dem Thema auseinander zu setzen.

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2008_09_18_Kosmetik3.JPGInnerhalb von zwei Jahren können sich junge Mädchen, aber auch interessierte Jungs in der Erfurter Berufsfachschule für Kosmetik zum/zur “Staatlich geprüften Kosmetiker/in” ausbilden lassen.
Gute Deutschkenntnisse sind wichtig in Alltag und Beruf, aber auch Englisch ist Teil der Ausbildung. In diesem Sinne nutzten Auszubildende am 18. September die Gelegenheit, den LernPlatz Erfurt und seine Sprachen-Angebote kennen zu lernen. Den ganzen Beitrag lesen »

OB.jpgDer OB Erfurts, Andreas Bausewein, besuchte am 20. Februar den LernPlatz in der Gotthardtstraße, um sich über die Angebote zu informieren und einen Eindruck der räumlichen Gegebenheiten zu verschaffen. Vom Lernberater und Experten für Umweltbildung Herrn Vogt ließ er sich in die Welt der Solarenergie entführen. Besonders angetan hatte es ihm offensichtlich der Solarbiker, der seine Energie zum Radeln aus der Sonne zieht. Diese und andere Modelle wurden vom Solar-Dorf Kettmannshausen entwickelt und können als Experimentiersystem im LernPlatz zusammengebaut werden.

LernPlatz - was bedeutet das? Vor dem Hintergrund des Lebenslangen Lernens suchen wir nach Lernangeboten bzw. -möglichkeiten, die ein breites Wissensspektrum abdecken und sowohl die Bevölkerung der städtischen als auch der ländlichen Region ansprechen. Umweltbildung | Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medien und Sprachen sind die inhaltlichen Angebote. Diese sind so strukturiert, dass selbstorganisiertes Lernen möglich ist: die Nutzer/innen entscheiden selbst, wann, wie und was bzw. ob sie allein oder in kleinen Gruppen lernen möchten. Die LernPlätze Erfurt und IlmKreis bieten mit ihren Räumlichkeiten und vielfältigen Lernmaterialien Platz für Fort- und Weiterbildung, Begegnung und Austausch in angenehmer Atmosphäre, kurz: Raum für individuelle Entfaltung.

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Ihr LernPlatz-Team